Rea´s Reise

Impressionen aus Bulgarien / Mein erster Besuch bei Wags HisTail

April 2018. Ich wollte schon länger mal die Helfer vor Ort besuchen und so startete meine Reise ins Abenteuer am Dienstagmorgen. Keine Ahnung, was mich erwarten würde. Wie sieht das in „live“ aus?
Nach einem Zwischenstopp in Sofia ging es mittwochs weiter mit dem Bus nach Sliven.

Die Landschaft. Unberührt, rein, anders.

Sliven selbst: eine Mischung aus neu und alt. Einkaufszentren zwischen alten Blöcken. Sehr viel Grün zwischen den Häusern, Straßen holprig, Verkehr rasant 🙂 Die Mädels? Einfach super freundlich, herzlich, nett!

Das Hundeshelter

Der Moment, in dem du das Gebäude betrittst, treibt dir die Tränen in die Augen, du bist hin und her gerissen zwischen Traurigkeit, Freude, Glück und Hilflosigkeit. Doch dein Verstand überwiegt, denn du weißt, dort wo die Hunde sind, geht es ihnen gut. Denn sie haben einen sicheren Platz, mit Futter und Gefährten zum Toben, abseits der Straßen, auf denen sie ignoriert oder gar misshandelt werden, sofern sie nicht verhungern.

Es ist anders als in Deutschland. Natürlich! Was hab ich denn erwartet? Ein altes Fabrikgebäude, bereitgestellt von einem Bekannten zur Unterbringung der Hunde, bis das neue Tierheim endlich fertig ist. Die Zeit drängt. Notdürftige „Boxen“, mehrere Hunde zusammen. Das Gebell, laut!

Hundegruppen werden nacheinander auf den Hof raus gelassen um sich auszutoben, miteinander zu spielen. In der warmen Jahreszeit stehen gefüllte Becken zum Abkühlen bereit. Du siehst die Freude in ihren Augen wenn sie raus gerannt kommen. Das ist einer der Momente, der dich alles andere drum herum vergessen lässt.

Gruppe für Gruppe streift über das Gelände. Einige verbringen ihre Zeit bei mir. Sie stehen auf das Kraulen und Schmusen. Andere lieben es mit mir Fangen zu spielen. Das Gebell im Inneren wird immer leiser. Sie kennen die Routine. Morgen früh sind wir wieder da. Dasselbe Spiel von vorn. Doch sie sind zufrieden, besser als auf der Straße. Und sie haben die Aussicht auf ein schönes Leben.

Ob ich mich verliebt habe? Klar, man kann nicht anders. Es gibt IMMER einen der dein Herz erobert 🙂 *Johnny*

Das Katzenhaus

Du hörst sie schon von außen. Katzen sind anders als Hunde, natürlich. Sie brauchen die andere Art der Unterhaltung. Für alle Katzenbesitzer wie mich, war der erste Rundgang seltsam. Du darfst es nicht mit deinem eigenen Zuhause vergleichen. Hier ist alles anders. Und du musst dir auch klar machen, dass alles nur mit Spenden funktioniert. Nicht wie daheim. Hier wohnt niemand im Haus, um ständig zu kuscheln. So hab ich das eben übernommen und extrem anhängliche Katze gekuschelt (Kolio).

Mehrere Räume mit Käfigen, Quarantäne Station. Jeder Neuling muss erst einmal untersucht, geimpft, entwurmt und bei Krankheit behandelt werden. Da ist es nur verständlich, dass man diese Katzen separiert. Auch in D ist das so.

Reinigung der Quarantäne ist penibel! Für jeden Käfig wird ein neues Paar Handschuhe angezogen. Futter wird natürlich zuerst gemacht, um keine Keime in den Napf zu bringen. Jeder Käfig hat sein eigenes, kleines Besen-Set. Damit wird ausgekehrt, die Decken werden ausgeschüttelt ggf. gewechselt und das Klo gereinigt.

Andere Räume sind Freilaufzimmer. Für alle Tiger und Tigerinnen, die ihre vollen Impfungen und Co. bereits erhalten haben, gilt natürlich sie mit ihren Artgenossen zusammen zu halten. So können sie sich auch gegenseitig beschmusen und unterhalten. Ausgestattet mit Kratzmöbeln, Spielsachen und Toiletten.

Auch hier tägliche Reinigung. Betreten darf man die Zimmer nur, wenn man sich Überzieher über die Schuhe gemacht hat! Und die Handschuhe nicht vergessen 😉

Natürlich sind beide Orte, Shelter und Haus, eine Notlösung. Auch für die zukünftigen Reisen ist es wichtig, endlich das neue Tierheim fertigzustellen.

Eure Rea

WHT e.V Mitglied seit 2017

WHT Kenner seit 2015